SACRIFICE

Sacrifice - (c) ICONOCLAST / FILM4 / MID MARCH MEDIA / HERETIC– Bundesstart 15.10.2026
– Release 12.08.2026 (IT)

Nach seinem super-realistischen Sozial-Action-Drama „Athena“ war anzunehmen das Regisseur Romain Gavras Mühe haben würde an diese Stärke von Kino anknüpfen zu können. „Sacrifice“ ist der vierte Spielfilm des eigentlichen Video-Regisseurs, der ohnehin jeden seiner Filme anders anlegt, und sich offensichtlich nicht wiederholen will – außer in den großen Bildern. „Athena“-Kameramann Matias Boucard zaubert auch hier wieder faszinierende Bilder von befremdlicher Schönheit. Gedreht wurde in Griechenland, in den Marmorbrüchen von Drama, und der Prohodna Höhle in Bulgarien. Es sind nicht einfach nur beeindruckende Kulissen, die jeweilige Bewandtnis der Drehorte stehen auch im direkten Verhältnis zur Handlung. Es geht schließlich um nichts geringeres als ein die Welt vernichtendes Ereignis. In gewisser Weise – so genau weiß es der Filmemacher scheinbar auch nicht.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

DAS DING MIT FEDERN

Thing with Feathers - (c) PLAIONTHE THING WITH FEATHERS
– Bundesstart 15.10.2026
– Release 31.10.2025 (ESP)

Preview, Cinecitta Nürnberg, 05.10.2026

Es wird eine ewige Streitfrage bleiben: Die Sinnhaftigkeit und Sorgfalt von Adaptionen – in beide Richtungen des jeweiligen Mediums. Jede plausible Rechtfertigung findet ihr verständliches Gegenargument. Die zusammengefassten Stimmen für Max Porters Debütroman „Trauer ist das Ding mit Federn“ beschreiben diesen als unkonventionell, zutiefst traurig, urkomisch, ehrlich und poetisch. Bis auf die Attribute von urkomisch und poetisch findet sich der Rest durchaus in Dylan Southerns filmischer Adaption wieder. Die Nichtleser werden beim Sichten dieses Films eine Vorstellung davon bekommen, was den Erfolg des Romans ausmacht. Leider wird dabei auch allzu deutlich, warum der Film das nicht schafft.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

THE SOCIAL RECKONING

Social Reckoning - (c) SONY PICTURES– Release 07.10.2026 (world)

Fast zwei Jahre nach dem von President Trump befeuerten Sturm auf das U.S. Capitol durch Aufständische, wurde das KI-Modell ChatGPT kostenlos öffentlich gemacht. Noch einmal vier Jahre später hat uns diese Technologie regelrecht überrollt. Nicht nur ChatGPT, sondern unzählige KI-Modelle. In nur vier Jahren kamen unbedarfte Nutzer von einem spielerischen, durch Neugierde beflügelten Nutzen, zu einem Werkzeug scheinbar unkontrollierbarer Manipulation. Zu jener Zeit, in der „The Social Reckoning“ spielt, wurde öffentlich, dass bereits Mark Zuckerbergs ‚Facebook‘ ein Werkzeug zur Zerschlagung der Zivilisation war. Wäre Aaron Sorkins „The Social Reckoning“ bereits 2022 erschienen – die Zeit, in der die Facebook-Files veröffentlicht wurden – hätte er mit Sicherheit noch sehr viel bewirken können. Doch dieser Film kommt schlichtweg vier Jahre zu spät.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

FORGOTTEN ISLAND

Forgotten Island - © Universal Pictures– Bundesstart 08.10.2026
– Release 17.09.2026 (AUS)

Es ist 1990: Auf den Philippinen (oder ‚in den Philippinen‘ – je nach Präferenz) lernen sich Josephine ‚Jo‘ und Raissa in der Schule kennen. Jo ist Waise und wird von Tante Lola großgezogen. Raissa ist Tochter aus wohlhabendem Haus. Eine typische Kombination für starke Freundschaften. Von Tante Lola kommt auch die Sage der vergessenen Insel Nakali, welche sie oft besucht haben will. Ein fantastisches Reich mit mystischen Wesen. Die Freundschaft von Jo und Raissa vertieft sich immer weiter. Für jedes ihrer Erlebnisse teilen sie Freundschaftsbänder als Erinnerung. Und sie suchen immerzu am Strand nach jenem Seeigel, der die Pforte nach Nakali öffnen wird. Zehn Jahre vergehen, und für die Freundinnen wird mit Studium und Arbeit der Ernst des Lebens beginnen. Genau da findet Jo diesen einen Seeigel. Anstatt Abschied zu feiern, fallen sie durch die Pforte nach Nakali, und hier ist alles wahr, was Tante Lola von fantastischen Wesen erzählt hat.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

HOPE

Ein Beitrag des Fantasy Filmfests September 2026

Hope - (c) NEONHOPEU
– Bundesstart 08.10.2026
– Release 15.07.2026 (KOR)

Die wirklichen Favoriten und Publikumslieblinge beim jeweiligen Fantasy Filmfest sind immer schwer klar auszumachen. Sicher ist allerdings, dass 2026 Na – Hong-jins „Hope“ bei jedem Genre-Fan ganz oben steht. Zum einen ist es ein südkoreanischer Film, zum anderen von einem Filmemacher, der sich als experimentierfreudig und kompromisslos bewiesen hat – auch wenn es erst Na Hong-jins vierter Langfilm ist. Wobei das ‚lang‘ in Langfilm ein gutes Stichwort für Nas filmische Entwicklung ist, der mit jedem neuen Film auch eine längere Laufzeit präsentiert. „Hope“ ist 160 Minuten. Sich diese Zeit zu nehmen macht die erste Stunde unglaublich intensiv, die letzten 90 Minuten aber repetierend. Polizeichef Ko Bum-seok wird von seinem Cousin zweiten Grades, Ko Sung-ki, und dessen Jagdkumpels zu einer getöteten Kuh auf offener Straße gerufen. Das mit dem Cousin zweiten Grades ist einer der vielen Running Gags. Jedenfalls stimmt bei den tödlichen Wunden der Kuh etwas ganz und gar nicht. Und schon bald darauf verfolgt Polizeichef Ko Bum-seok ein zerstörerisches Monster.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

fast verpasst: PRIMETIME

Primetime - Courtesy of A24– Bundesstart 24.09.2026
– Release 11.09.2026 (CAN)

Von „Sein Mädchen für besondere Fälle“, zu „Reporter des Satans“, über „Das Millionenspiel“ und „Network“, bis „Truman Show“. Es gibt viele, aber nur wenig geglückte Beispiele wie Medien sich oder ihre direkten Nachbarn mit scharfem Blick sezieren. Meist in übersteigerter Form, mit einem spekulativen was-wäre-wenn-Szenario. Die Frage ist immer, wie weit Medien für Quote gehen, und die Macher sich dafür von ihrer Menschlichkeit entfernen würden. Die Show „To catch a Predator“, von 2004 bis 2007, ist real und die Menschen dahinter nicht spekulativ. Auch wenn sich Regisseur Lance Oppenheim alle Mühe gibt den satirischen Charakter hochzuhalten, entzieht sich dem Film gerade wegen seines realen Hintergrundes der Begriff einer Satire. Journalist Chris Hansen war seinerzeit verantwortlicher Moderator, und Andie Bender seine Produzentin. Mit fingierten Online-Chats wurden erwachsene Männer unter dem Anschein Sex mit Minderjährigen haben zu können, in eine Falle gelockt, und vor laufender Kamera bloß gestellt. Meist gefolgt von einer überdramatisierten Verhaftung durch Gesetzeshüter.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen

DIGGER

Digger - (c) WARNER BROS– Release 30.09.2026 (world)

„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ zeigt die Relevanz eines Menschen und Authentizität eines Künstlers, und die gegenseitige Abhängigkeit von beiden Faktoren. „Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten“ beschreibt den reinen Existenzialismus eines Künstlers. Der mexikanische Filmemacher Alejandro González Iñárritu ist in diesen, seinen Filmen wunderbar abstrakt und herrlich verspielt. Beide Filme spielen zwischen äußerer Realität und Fantasy, die innerliche Realität verständlich macht. Iñárritu setzt jetzt mit „Digger“ nach, der schon im Vorfeld eine unglaubliche Welle an Diskussionen los getreten hat. Dabei ging es um die Arbeit von Maskenbildner Alessandro Bertolazzi, der mit einem neunköpfigen Team – allein für Tom Cruise – denselbigen in einen gealterten, dünnhaarigen und fettbäuchigen, aber sehr agilen Öl-Milliardär verwandelte. Und der löst – trotz aller Warnungen – mit einer seiner arktischen Bohrstationen eine globale Katastrophe aus.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

MASPALOMAS

Maspalomas - (c) SALZGEBER– Bundesstart 24.09.2026
– Release 26.09.2025 (ES)

50 Jahre in einer falschen Ehe. Nach dem Outing, 25 Jahre in einer festen Beziehung. Mit 75 Jahren dann Single. Jetzt lebt Vicente sein Leben, wie es ihm so lange verwehrt war – in Maspalomas, einem Ferienort auf Cran Canaria. Ein Paradies für die schwule Community. Vicente hat ein Jahr als Single genießen können, bis plötzlich dieser blöde Schlaganfall dazwischenfunkt.
Regisseur und Autor Jose Mari Goenaga hat ein berührendes, aber nie sentimentales Portrait eines ganz normalen Homosexuellen gemacht – zusammen mit Aitor Arregi. Goenaga und Arregi sind Filmschaffende aus einer Gemeinschaft, die sich in der Aufgabenteilung nie festlegen. Dennoch – oder vielleicht deshalb – hat „Maspalomas“ eine wundervoll kohärente Dichte. Die Erzählweise wächst nie über die Geschichte hinaus. Halbseitig beeinträchtigt, wird Vicente von seiner Tochter Nerea aufs Festland in ein Pflegeheim gebracht. Sein Versteckspiel beginnt erneut.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

BY ANY MEANS

By Any Means - (c) PARAMOUNT PICTURES– Bundesstart 24.09.2026
– Release 04.09.2026 (US)

Am Anfang steht eine wahre Geschichte. Als Greg Scarpa Sr. mit Hilfe eines Baseballschlägers den Verbleib von drei Menschenrechtlern aus einem Ku-Klux-Klan-Mitglied herausprügelt (um es sehr milde zu beschreiben). Das war 1964. Zwei Jahre später folgt eine ebenfalls wahre Geschichte, die in einen derben Exploitation-Modus wechselt. Im Jahr 1966 verlässt Regisseur Elegance Bratton in weiten Teilen die wahren Begebenheit eines realen Falles. Es ist die Geschichte des schwarzen FBI-Agenten Wayne Strider, der in Mississippi den Mord an Bürgerrechtler Vernon Dahmer aufklären soll. Und weil die Verdächtigen bekanntermaßen im Ku-Klux-Klan zu finden sind, stellt das FBI ihm noch einen Sonderermittler an die Seite: Gregory Scarpa Sr. – Auftragsmörder der kolumbianischen Mafia in New York, der weiterhin unbehelligt auf freiem Fuß lebt. Damit hat das FBI jemanden, der willig ist bei Bedarf die Grenzen der Legalität zu überschreiten.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Eiserne Wildnis – HEART OF THE BEAST

Heart of Beast - (c) PARAMOUNT PICTURESHEART OF THE BEAST
– Release 22.09.2026 (World)

Am Ende steht ein großes Fragezeichen. Und mit ihm die verbitterte Frage „Warum?“. Zwischen zwei Filmen mit Jason Statham hat Regisseur David Ayer „Heart of the Beast“ inszeniert. Das Drehbuch stammt von Cameron Alexander, und war 2017 auf der ‚Black List‘ der beliebtesten, nicht produzierten Scripts. Es handelt von Special-Forces-Veteran James Belmont, und dem ihm seinerzeit zugewiesenen Militärhund Odin. Beide leiden unter post-traumatischen Stress, und möchten in der Wildnis von Alaska  Ruhe und vor allem Abstand von ihren Kriegseinsätzen finden. Die rauhe Natur und James‘ gesundheitlichen Probleme machen aus der Erholung einen gnadenlosen Kampf ums Überleben. Am Ende kann nur die innige Bindung von Hund und Mensch den Felsschluchten, Wildwassern, Wölfen und Sümpfen trotzen.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

SPA WEEKEND

Spa Weekend - (c) BLACK BEAR– Bundesstart 24.09.2026
– Release 20.08.2026 (AUS)

Review, DCM digitales Kino, 01.09.2026

Jane ist eine arbeitssüchtige Anwältin, und alleinerziehende Mutter. Coco hat ein ausgeprägtes Aggressionsproblem, weshalb sie von ihrem Mann verlassen wurde, der das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder hat. Sophie ist konfliktscheu und harmoniesüchtig, weswegen sie immens unter ihrem despotischen Chef leidet. Alles was die Frauen brauchen, ist gründlich Abstand von ihrem Alltag. Alles was die Frauen brauchen, ist ein Wochenende in einem Wellness-Resort. Und an dieser Stelle muss der männliche Rezensent die dringende Frage stellen: Sind Frauen tatsächlich in der Lage, mit ein paar Gläsern Sekt, einigen Klangschalen, und etwas drückenden und quetschenden Fingern von einem anhaltend stressigen Alltag so weit zu erholen, dass sie den Rest des Jahren zufrieden durch ihren Alltagsstress kommen? Das Autoren- und Regieduo Jon Lucas und Scott Moore sind davon überzeugt, und senden die Damen zur Regeneration.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Zach Creggers RESIDENT EVIL

Resident Evil - (c) CONSTANTIN FILM– Release 16.09.2026 (world)

Zum einen ist Zach Creggers „Resident Evil“ ein rundherum gelungener Horrorfilm seiner Zeit. Zum anderen hat dieser Film die Fähigkeit, mich als notorischen Nichtspieler (wegen Unfähigkeit) dieses Spiel erleben zu lassen. Und welche Videospiel-Adaption kann so etwas von sich behaupten. „Minecraft“ trifft den Gamer-Nerv sehr gut. „Dungeons & Dragons“ vermittelt ausgezeichnet die Wesenszüge eines Spiels. Doch Zach Cregger geht dabei noch einige Schritte weiter, und bedient mit einem sehr raffiniert ausgetüftelten Konzept alle Lager von potentiellen Zuschauenden. Das Gelegenheitspublikum, den Genrefanatiker, und den Gamer-Puristen. Nach sechs Spielfilmen, vier Animationsfilmen, zwei Serien, und einem Reboot konnte wirklich keiner mehr damit rechnen, dass ein Filmstudio noch einmal Geld für die beliebte Videospielreihe in die Hand nehmen würde, sprich jemanden anderen Geld in die Hand drücken würde. „Barbarian“ und „Weapons“ sind allerdings auch außergewöhnliche Visitenkarten, die Filmemacher Zach Cregger vorlegen kann.

Der Protagonist heißt Bryan. Er ist Kurierfahrer für Organe und medizinischen Bedarf. Er streitet gerade mit seiner schwangeren Freundin, da kommt ein Notfalltransport ins Raccoon General Hospital in den stark verschneiten Bergen Colorados eher ungelegen – aber die Brieftasche will es. Das Bryan auf schneebedeckter Straße, inmitten der Wälder, eine Frau anfährt und scheinbar schwer verletzt, kommt dann aber noch ungelegener. Hier beginnt der große Spaß für das Publikum, und der bodenlose Alptraum für Bryan. Konvertiert würde das bedeuten: Der erste Bereich im Loop.

Von Anfang an ist die Kamera von Spielberg-Favoriten Dariusz Wolski im Spielmodus eines Third-Person-Players – nicht ständig, aber beständig. Meist in den Momenten, wenn sich Bryan in einen nachfolgenden Bereich der Handlung begibt, schaut die Kamera über seine Schulter. Die Kamera nimmt die Perspektive des Spielers ein – des Schauspielers. Weit gefehlt wer glaubt, dass Cregger hier nur ein Videospiel simulieren möchte, sehr weit gefehlt. Ich wiederhole mich, wenn hier die bestmögliche Erreichbarkeit möglichst vieler Besuchergruppen bedacht wird. Und dennoch hat Regisseur Cregger alle Aspekte von Resident Evil, dem Videospiel, auf cleveren Wegen eingeflochten.

Resident Evil 2 - (c) CONSTANTIN FILM

Das Drehbuch folgt keiner Geschichte aus einem der Spiele. Zach Cregger wollte unbedingt einen Resident Evil-Film machen, aber deren Zuspruch war vorerst aufgebraucht. Deswegen hat er sein Buch so gehalten, dass jederzeit ein eigenständiger Survival-Horror-Thriller daraus werden könnte. Zum Glück hat Constantin Film dieses Potential erkannt. Cregger hat die Möglichkeit eines eigenständigen Films entwickelt, aber aus jedem Spiel diverse Elemente entnommen und in seine Handlung eingebaut. Die grüne Transporttasche und der Blick auf eine Schreibmaschine lösten bei scheinbaren Spiele-Nerds im Publikum die lauteste erkennbare Resonanz aus.

Austin Abrams hat bereits bei „Weapons“ mit Creggers zusammengearbeitet. Bisher eher unterfordert, bekommt Abrams hier die ungeteilte darstellerische Aufmerksamkeit, die offensichtlich überfällig war. Sein Bryan ist kein strahlender Held, aber Abrams macht aus ihm eine sympathisch anziehende Figur für die jeder umgehend votiert. Einer dieser Verlierertypen, die einfach nur nicht die richtige Chance bekommen haben, der einfach zu nett ist für diese Welt, und die Welt in die er geworfen wird.

Bryan lernt langsam, aber zum Glück beständig – von Bereich zu Bereich, von der Anhalterin, zu dem teuflischen Hund, zu den Straßen von Raccoon City, und letztendlich zur Umbrella Corperation. Da wir nicht mit dem Joystick nachhelfen können, ist Bryan ganz auf sich gestellt. Und Zach Cregger macht ihm das Leben zur buchstäblichen Hölle. Austin Abrams ist aber die perfekte Wahl, um neben all dem Horror auch die Lacher auf seine Seite zu ziehen. Es sind keine billigen Lacher, keine konstruierten Schenkelklopfer. Der meist sarkastische Humor ergibt sich aus den absonderlichen Situationen – und derer gibt es mehr als genug. Bryan leidet, damit wir mit ihm schwitzen.

Resident Evil 3 - (c) CONSTANTIN FILM

„Resident Evil“ ist kein Geflecht von blankem Horror mit unerwarteten Ergänzungen, raffinierten Wendungen, und unterschwelligen Kommentaren. Zach Cregger hat das mit seinen gepriesenen „Weapons“ und „Barbarian“ getan, bei denen immer das Gefühl entsteht, als hätten sie etwas zu sagen. „Resident Evil“ ist viel einfacher, geradliniger, und auf den Punkt. Und das macht ihn auch ehrlicher – und, was den Aspekt der unverhohlenen Schadenfreude betrifft, sogar unterhaltsamer. Shay Hatten hat den Regisseur beim Drehbuch unterstützt, doch in Anbetracht seiner Scripts zu „Rebel Moon“ oder „Ballerina“, ist sein Einfluss als eher gering einzuschätzen.

Ein Film wie dieser funktioniert nicht allein wegen eines ideal besetzten Hauptdarstellers, und seiner Liebe zum Detail des Ursprungsmaterials. Dieser Film funktioniert in gleichen Teilen – oder vielleicht sogar etwas mehr – durch sein überragendes visuelles Konzept. Als Bildgestalter findet Dariusz Wolski immer die dem Setting angemessene Stimmung. Von der durch Autoscheinwerfer beleuchtete Waldlandschaft zu Beginn, hin zu den kaltweiß beleuchteten Laboren am Ende. Aber alle Bilder haben diesen leicht künstlich anmutenden Look, der in Dunkelheit mehr sichtbar macht als gewöhnlich. „Resident Evil“ ist auch ein Videospiel, und Wolski setzt das auch perfekt um, ohne es wie ein Spiel aussehen zu lassen, oder sein eigenes Design aufzugeben.

Stamm-Cutter Joe Murphy hat den Film zu einer nervenaufreibenden Achterbahnfahrt montiert. Murphy lässt durchaus auch Raum zum atmen, gibt dem Film aber ein starkes Tempo. Mit ungewöhnlich wenigen 95 Minuten (inklusive Abspann), hat „Resident Evil“ kein Gramm zu viel, und kein Gramm Fett. Als Cineast sollte man Constantin Film für die weise Entscheidung beglückwünschen. Aber der Dank von Cineasten und Genrefreunde gehört Zach Cregger – für diesen kompromisslosen Einsatz.

Resident Evil 1 - (c) CONSTANTIN FILM


Darsteller: Austin Abrams, Zach Cherry, Kali Reis, Paul Walter Hauser, Sarah Paxton, Johnno Wilson u.a.

Regie: Zach Cregger
Drehbuch: Zach Cregger. Shay Hatten
Kamera: Dariusz Wolski
Bildschnitt: Joe Murphy
Musik: Hays Holladay, Ryan Holladay
Produktionsdesign: Tom Hammock
Deutschland, Tschechien, Kanada, Australien, Neuseeland, Frankreich, USA
2026
95 Minuten

Bildrechte: CONSTANTIN FILM
Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

PRESSURE

Pressure - (c) STUDIOCANAL– Bundesstart 17.09.2026
– Release 28.03.2026 (HKG)

Group Captain James Stagg ist treusorgender Gatte, und verbissener Meteorologe. Einer ohne Humor, ohne freundliche Worte während des Dienstes. Group Captain James Stagg ist in der Allied Expeditionary Force der Verantwortliche der britischen Seite, die Landung in der Normandie planen und letztendlich durchführen. Staggs amerikanisches Pendant ist Colonel Irving P. Krick, ein von zufälligen Erfolgen verwöhnter Wichtigtuer. Das Wetter ist maßgeblich für den Erfolg des D-Day, um die Truppen zu Wasser und in der Luft zu koordinieren. Das macht der Oberbefehlshaber der alliierten Verbände, General Dwight D. Eisenhower, immer wieder und sehr lautstark deutlich. Krick sagt perfekte Bedingungen voraus. Stagg prognostiziert hingegen schlechtes Wetter, welches die Landung in einer Katastrophe enden lassen würde. Doch sein stoisches Selbstbewusstsein vermittelt den Generälen mehr Überheblichkeit als Expertise, was starke Zweifel an Stagg nähren.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen

COYOTE vs ACME

Coyote vs Acme - (c) CAPELIGHT– Bundesstart 17.09.2026
– Release 28.08.2026 (US)

Der Trick ist so alt wie das Kino selbst. Bereits 1918 durfte der gezeichnete Clown Koko in die reale Welt treten. Die Idee blieb, nur die Verfahren verbesserten sich. Disney – wer sonst? – macht 1944 mit „Drei Caballeros“ den ersten Spielfilm mit der Animation-Live-Action-Mischung, von denen sicherlich „Roger Rabbit“ seit 1988 bislang als Autorität verstanden wird. Der Looney Tunes-Knaller „Space Jam“ hat die Techniken noch einmal weiter in die Höhen getrieben, aber der hysterische Hase Roger blieb an Relevanz oben auf – was sich endlich ändern könnte. Mit Wile E. Coyote stellt sich der komischste und berührendste Darsteller im Hybrid-Genre vor. In dem Moment, wenn Anwalt Avery im Zorn brüllt, sein Klient würde den Road Runner niemals fangen, ist die Reaktion von Wile E. Coyote atemberaubend herzzerreißend. Es schlägt um Längen die Brennofen-Szene in „Toy Story 3“. Einfach grandioses Kino.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

PRACTICAL MAGIC 2: Zauberhafte Schwestern

Practical Magic 2 a - (c) WARNER BROSPRACTICAL MAGIC 2
– Release 10.09.2026 (world)

Es war zu erwarten, dass „Practical Magic 2“ nicht dieser magische Charme seines 28 Jahre alten Vorgängers umgeben würde. Diese zu Recht als Klassiker bezeichnete romantische Komödie mit Fantasy Einschlag – oder Fantasy mit romantischen Zügen. Wer will sich da schon festlegen, genau das macht ja den Charme dieses Films aus. Mit den angesagtesten Darstellerinnen dieser Zeit, war ein finanzieller Erfolg zu erwarten. Überraschend war seine Qualität, die bis heute an nichts eingebüßt hat. Tatsächlich zeitlos.
Es ist ein Fluch – ähnlich wie der Fluch der Owens-Frauen – das ein zweiter Teil immer um seine Reputation und Berechtigung kämpfen muss. Mit Sandra Bullock und Nicole Kidman ist dieser Kampf um ein vielfaches einfacher ausgestanden und gewonnen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Fortsetzung von Regisseurin Susanne Bier ohne Makel wäre.

Weiterlesen →

Veröffentlicht unter Allgemein, Im Kino gesehen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen